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Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.

Geschrieben am 12. Mai 2014
von André Brömmel

„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“, sagte Helmut Schmidt. Rezitiert wird auch das gelegentlich in Unternehmerkreisen. Erschreckend, wie ich meine. Denn viele Unternehmer ignorieren die Kraft, die in einer formulierten und bestenfalls visualisierten Vision enthalten ist.

Wer keine Visionen hat, arbeitet besser beim Finanzamt.

Zugegeben ist es nicht leicht, sich vorzustellen, was Worte oder Bilder zum Unternehmenserfolg beitragen können. Die berühmte Rede „I have a dream“ von Martin Luther King, bestand nur aus Worten – und ließen große Taten und Veränderungen folgen. Kunden, Banken, Lieferanten und nicht zuletzt Mitarbeiter profitieren sehr von einer kompetent entwickelten Vision.

Gerade für Mitarbeiter hat die Vision eine große Identifikationsfunktion, denn sie drückt aus, warum Mitarbeiter in diesem einen und keinem anderen Unternehmen arbeiten sollten. In Zeiten, in denen der Fachkräftemangel stellenweise Wachstum verhindert, kann die Vision substanziell helfen, Mitarbeiter zu binden – und zu gewinnen.

Eine Vision zu haben erfordert Vorstellungsvermögen. Man muss sich vorstellen können, wie es sein wird …

  • … wenn man auf dem Mond landet
  • … wenn Schwarze und Weiße in Frieden zusammen leben
  • … wenn man aus 39.000 m Höhe Richtung Erde springt
  • … wenn Menschen mit dem ersten Auto der Welt fahren
  • … wenn das erste Fluggerät fliegt
  • … wenn, wenn, wenn

Die Visionäre sind zumeist immer Menschen, die sich weniger darum scheren, was andere sagen, was andere meinen und sich meist nicht anhören, warum die Idee ohnehin nicht funktionieren kann. Zwei Zitate aus der jüngeren Vergangenheit machen dieses Denken deutlich:

Hätte ich gefragt, ob jemand ein iPhone braucht, hätte jeder gefragt: Wozu? Wir haben doch Mobiltelefone. (Steve Jobs)

Hätte ich gefragt, was sich die Menschen wünschen, hätten Sie gesagt: Schnellere Pferde. (Henry Ford)

Ich halte fest. Eine Vision wird von einem Visionär erfunden, von einzelnen verstanden, von vielen getragen – und schlussendlich profitieren (fast) alle davon.