+49 2043 295084-0

Wer keine Vision hat, sollte zum Arzt gehen – oder zu einer Werbeagentur

Geschrieben am 9. Dezember 2015
von André Brömmel

Helmut Schmidt prägte folgenden Satz:

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.

Ich schätze Helmut Schmidt und dessen Arbeit, Engagement und Macherqualitäten. Ein Mann der Tat. Und ein Mann des Wortes. Aus diesem Satz spricht die Überzeugung, dass eine Vision allein nichts bewegt. Und er hat recht, wenn er sagt, aus Worten müssen Taten werden, damit sich etwas verändert oder bewegt.

Heute wissen wir aber, dass es tatsächlich Visionen von Menschen sind, die andere Menschen zu Höchstleistungen treiben:

  • Mondflug (zum Mond fliegen – und zurück)
  • Apple (Einfach machen wie z.B. all in one oder Plug & Play)
  • Tesla (ein Elektroauto mit relevanter Reichweite bauen)
  • Dunlop (einen Reifen herstellen)
  • Raumfahrttourismus (Touristen ins Weltall bringen – und auch hier zurück)
  • Microsoft (Betriebssoftware für alle Rechner auf dieser Welt)

Bildschirmfoto 2015-12-07 um 09.05.06

Generell müssen wir annehmen, dass Innovationen und Weiterentwicklungen immer dem Geist von Menschen entspringen. Ob das nun immer visionär ist, sei dahingestellt. Fakt ist, dass jeder Gedanke an etwas, dass noch nicht existiert eine Art Vision ist (= Erscheinung oder inneres Bild einer Vorstellung). Daher ist meine Überzeugung für Unternehmer:

Wer keine Visionen hat, sollte zum Arzt gehen – oder zu einer Werbeagentur.

Visionen treiben Menschen an. Visionen helfen, Kräfte zu mobilisieren, die bis dahin noch ungenutzt schlummerten. Sie treiben Menschen zu außergewöhnlichen Leistungen. Beispiele dafür gibt es tausende, nicht nur in den uns heute allen bekannten Unternehmen wie Microsoft oder BMW oder Continental oder e.on. Ein Beispiel fasziniert mich sehr:

Jobs und die Computer-Maus:
Steve Jobs war beseelt von dem Gedanken, dass es sinnvoll sei, eine Computer-Maus zu entwickeln, die den Cursor nicht nur nach oben und unten, sondern auch nach links und rechts steuern könne. Einer seiner Ingenieure sagte ihm, dass das nicht möglich sei. Abgesehen davon, dass sich Steve Jobs von diesem Ingenieur trennte, ist erstaunlich, dass ein anderer Ingenieur genau dieses Kunststück vollbrachte. Ihm war der Gedanke an eine solche Computer-Maus offenbar Anreiz genug, über Grenzen zu denken – und zu gehen.

Wir sind konditioniert. Wir sind geprägt durch Erlebnisse und durch Informationen, die wir erhalten. Unser Verhalten ist dadurch ein stückweit fremdgesteuert. Wozu es führen kann, wenn vermeintliche Fakten fehlen, zeigt eine erstaunliche Begebenheit aus dem Jahr 1939.

Eine unlösbare Aufgabe gelöst (aus Wikipedia): George Dantzig
An event in Dantzig’s life became the origin of a famous story in 1939 while he was a graduate student at UC Berkeley. Near the beginning of a class for which Dantzig was late, professor Jerzy Neyman wrote two examples of famously unsolved statistics problems on the blackboard. When Dantzig arrived, he assumed that the two problems were a homework assignment and wrote them down. According to Dantzig, the problems „seemed to be a little harder than usual“, but a few days later he handed in completed solutions for the two problems, still believing that they were an assignment that was overdue. Six weeks later, Dantzig received a visit from an excited professor Neyman, who was eager to tell him that the homework problems he had solved were two of the most famous unsolved problems in statistics. [Quelle Wikipedia]

Wären die Aufgaben heute gelöst, wenn Dantzig nicht zu spät gekommen wäre?

Braucht es Zufälle wie die von George Dantzig, damit unlösbar geglaubtes, gelöst wird?

Vielleicht sollten wir seltener bestehende Grenzen und Konditionen bestätigen, sondern uns fragen, wie wir diese dennoch überwinden können. Beispiele dafür, dass diese Art „Vision“ Wirklichkeit werden kann, gibt es genügend.