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„Neu“ – das erfolgreichste Wort im Marketing

Geschrieben am 19. September 2016
von André Brömmel

Wenn der Werbetreibende die Botschaft nicht mehr hören kann, erst dann beginnt sie, beim Kunden anzukommen.

Wir sind schnell gelangweilt. „Langweilt mich, langweilt mich.“ Was durch 1 Live-O-Ton-Charts vor Jahren bekannt geworden ist, spiegelt umgekehrt die Wünsche der Menschen wieder: den Wunsch nach dem Neuen.

„Neu“ ist das erfolgreichste Wort der Werbung.

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Welche Frage stellt der Messebesucher, der jedes Jahr zu seinem Lieferant auf den Messestand kommt? Na … „Was gibt es Neues?“ Diese Frage haben wir nicht wissenschaftlich erhoben, aber in unzähligen Vorträgen, Seminaren und Gesprächen soweit verifiziert, dass wir sagen können: Es ist so. Und warum ist das so?

Hausgemachtes Problem – Produktlebenszyklen werden kürzer
Hat der erste Golf 9 Jahre überdauert, sind es heute (2016) nur noch 2,5 Jahre, die ein Wagen ohne Facelift, neuen Motor oder andere Veränderungen übersteht. Diese kürzeren Zyklen sorgen für Nachfrage-Impulse. Und Impulse, das wissen wir, sind Auslöser für Kaufinteresse und Käufe. Oder anders: ohne Impuls, kein Kauf.

Aus dem Lehrbuch: Betrachtet man die Gewinnraten, so wird am Ende der Wachstumsphase das Produkt schon wieder "uninteressant."

Aus dem Lehrbuch: Betrachtet man die Gewinnraten, so wird am Ende der Wachstumsphase das Produkt schon wieder „uninteressant.“

Verkürzte Produktlebenszyklen = mehr Fehler
Die Entwicklungszeiten sind kürzer und damit steigt die Anfälligkeit der Produkte. Fehler schleichen sich ein. Ein Pkw übersteht heute 9 Jahre nicht ohne regelmäßige Ausfälle. Zwar nicht aus dem gleichen Grund, aber mit dem gleichen Ergebnis, kann ein Flachbildschirm heute nicht wie die gute alte „Röhre“ in unserem Wohnzimmer 25 Jahre flimmern. Ein Flatscreen hat eine Lebenserwartung von 6 bis 8 Jahren. Dann sind weitere 600 bis 800 Euro fällig. Die teureren Modelle schaffen vielleicht 10 oder 12 Jahre. Sie zu ersetzen kostet 1.000 bis 1.200 Euro. Das klingt wie ein mathematisches Modell, oder? Ja, in einigen Branchen lässt sich das beobachten. Und nicht selten wirft auch das Kartellamt einen genaueren Blick darauf.

Neu macht Spaß
Aber sind wir ehrlich: Es ist doch herrlich, wenn man ein neues Produkt aus dem Laden trägt, oder? Das macht Spaß. Das ist interessant. Da beschäftigen wir uns mit. Erst einmal. Doch das Interesse lässt mal mehr oder weniger schnell nach. Und schon suchen wir nach dem Neuen, das unser Leben spannender macht.

Was hat das mit Marketing bzw. Kommunikation zu tun?
Wer heute erfolgreich kommunizieren möchte, sollte bei der Bewerbung etablierter Zielgruppen vor allem den „Neu-Faktor“ berücksichtigen. Das gilt für die Kommunikation auf Messen ebenso wie für Broschüren, Mailings und Anzeigen etc.

Und obwohl diese Erkenntnis nicht neu ist, beachten schätzungsweise weniger als die Hälfte der Unternehmen diesen Punkt in der Kommunikation. Achten Sie beim Blättern in der DBZ, Bauwelt, Architektenblatt, IKZ etc. einmal darauf. Oder fragen Sie bei Ihrem nächsten Messebesuch auf dem Stand einmal nach der Neuheiten-Broschüre oder einer Übersicht der Neuheiten.

Ideen voran: Neben Produkten können auch Services erneuert werden
Wenn die Produkte ausgereizt sind, bleiben herstellenden Unternehmen immer noch die Services, die sich erneuern bzw. innovieren lassen. Hier ist Fantasie gefragt. Niemand verbietet Ihnen, youtube zu nutzen, um dort Montagefilme zu zeigen. Es gibt  unzählige weitere Ideen, etwas „neu“ und damit einen kommunikativen Punkt zu machen. Punkt.

Inspirierende Ideen und Beispiele erhalten Unternehmen in einem Termin von Punktmacher.