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EM und Marketing: Wie will man ein Spiel gewinnen, wenn nur 4 wissen, wo das Tor steht?

Geschrieben am 22. Dezember 2016
von André Brömmel

Laut einer Umfrage kennen nur 38% der Mitarbeiter die Ziele, die das Unternehmen gesteckt hat.

38% klingt doch immer noch ganz gut, oder? Ist schließlich nur „ein bisschen“ weniger als die Hälfte. Tatsächlich neigen wir dazu, Zahlen überschlägig zu behandeln und übersehen gelegentlich, welche Auswirkungen das wirklich hat.

Konkret auf eine Fußballmannschaft übertragen heißt das:

  • 7 Spieler wissen nicht, wo das Tor steht
  • 4 Spieler wissen, was gespielt wird

Die Frage, die man daraus ableiten könnte, wenn Sie Trainer einer solchen Mannschaft wären:

Wie wollen Sie gegen einen gut informierten und motivierten Gegner gewinnen,  wenn nur 4 Ihrer 11 Spieler wissen, wo das Tor steht?

Wie im Fußball entscheidet auch im Marketing die Qualität der Taktik und die Kommunikation innerhalb der Mannschaft über Sieg und Niederlage. Allem liegt selbstverständlich eine langfristige Strategie zugrunde.

Wie im Fußball entscheidet auch im Marketing die Qualität der Taktik und die Kommunikation innerhalb der Mannschaft über Sieg und Niederlage. Allem liegt selbstverständlich eine langfristige Strategie zugrunde.

Ich persönlich spiele gelegentlich Fußball in einer Altherren-Mannschaft. Ich weiß, was passiert, wenn schon einer nicht weiß, welche Taktik wir spielen möchten. Wenn ich mir vorstelle, dass 7 Spieler keine Ahnung haben, würde ich zu keinem Spiel mehr fahren.

Der Vergleich einer Fußballmannschaft mit z.B. der Vertriebsmannschaft macht deutlich, wie wichtig präzise Kommunikation ist.

Recherchiert man, worauf Mitarbeiter beim Arbeitgeber achten, könnte man denken, die Ziele des Unternehmens seien nicht wichtig (Quelle: Robert Half, intern. Studie unter 5.000 Büroangestellten, 1.000 davon in Deutschland):

  • 73% Standort/Arbeitsplatz
  • 68% Stellenbeschreibung/Karriereentwicklung
  • 54% Branche/Industrie
  • 29% höheres Grundgehalt
  • 26% Ruf des Unternehmens (Arbeitgebermarke)
  • 23% Unternehmensumfeld (Vorgesetzter und/oder Team)
  • 21% verbesserte Work-Life-Balance (flexible Arbeitszeiten, Home-Office)

Mit 68% als ausgesprochen relevant bewertet wird die Karriereentwicklung. Was bedeutet das? Wenn sich ein Bewerber für ein Unternehmen entscheiden soll, braucht er Informationen vom Arbeitgeber über dessen Ziele, um sich vorstellen zu können, ob und welchen Beitrag er dazu leisten kann.

Je höher der mögliche Beitrag des Arbeitnehmers sein kann, umso größer auch die Chance, Karriere machen zu können.

Zwei Thesen:

  1. Bestehende Mitarbeiter benötigen Ziele, um diese zu erreichen und einen Sinn in der Arbeit zu erkennen (Ergebnis = Motivation und Identifikation)
  2. Potenzielle Mitarbeiter benötigen Ziele, um zu sehen, ob sich daran die eigene Karriere entlang planen lässt (Ergebnis = Vertrauensvorschuss und Motivation)

In der Essenz steht fest: Die Kommunikation von Zielen hilft intern und extern, Mitarbeiter zu begeistern, Kräfte zu bündeln und gemeinsam den gleichen Weg zu gehen.