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5 Tipps für Unternehmer zum Thema Innovationen – fragen Sie weniger, machen Sie mehr

Geschrieben am 7. Juni 2017
von André Brömmel

Sie haben eine gute Idee? Eine Idee, die Sie vom Wettbewerb differenziert? Eine Idee, die für Aufmerksamkeit bei Kunden sorgt? Eine Idee, die neue Mitarbeiter auf Sie aufmerksam macht?

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben den ersten erfolgreichen Schritt gemacht. Lassen Sie sich jetzt von Ihren Mitmenschen nicht entmutigen. 

Hätte Steve Jobs die Menschen gefragt, ob sie ein iPhone haben wollten, hätte die Mehrheit wohl „nein“ gesagt – und dazu noch erwähnt, dass die bis damals erhältlichen Mobiltelefone doch alles leisten, was ein Telefon so leisten müsse: eben telefonieren. Zum Glück hat Steve Jobs niemanden gefragt. Andernfalls würden wir noch heute mit dem Nokia 6210 telefonieren. Nicht, dass das ein schlechtes Mobiltelefon war. Es war 2001 das Handy schlechthin. Einfach. Gut. Irgendwie sogar intuitiv ohne Bedienungsanleitung zu bedienbar. Es war aber – und das zeigt die Historie – nur solange angesagt, bis jemand kam, der alles in Frage stellte, was im in die Hände fiel („think different“) und ein besseres, ein intuitiveres, ein optisch ansprechenderes und definitiv innovativeres Handy auf den Markt brachte. Das iPhone.

Das gleiche ist geschehen, als Steve Jobs den iTunes Store gründete, in dem für 99 Cent einen Song heruntergeladen werden – einfach, schnell und überall auf der Welt verfügbar. Der Beginn des Falls der CD. Er hat auch hier niemanden um seine Meinung gefragt – und wie zu erwarten, gab es mehr als genügend „kluge“ Menschen auf der Welt, die diese Idee für groben Unfug hielten und ihm einen Misserfolg vorhersagten – oder wünschten. Zum Glück hat sich auch hier Steve Jobs nicht beeinflussen lassen und bewiesen, dass die Überzeugung eines einzelnen standfester sein kann als der Gegenwind, der ihm entgegen bläst.

Doch warum erwähne ich das? Wozu noch eine Lobeshymne auf Steve Jobs?

Differenzierung entsteht nicht durch die Meinung des Mainstreams.

Eine Idee, die bereits 2013 für Aufmerksamkeit sorgte: Das Ideentaxi von Punktmacher. Morgens wurden Kunden von Zuhause abgeholt, während der Fahrt wurde das Briefing besprochen, abends auf dem Rückweg wurde bereits das erste Ergebnis präsentiert.

Auf dem Rücksitz die ersten Ergebnisse sehen: möglich war/ist das im Ideentaxi von Punktmacher.

Es gibt Menschen, die suchen nach Sicherheit in den Entscheidungen und fragen dazu andere Menschen nach deren Meinung. Und es gibt (gab) Menschen wie Steve Jobs, die einfach das gemacht haben, …

  • wozu sie Lust haben
  • was sie motiviert
  • was bisher noch keiner gemacht, erfunden oder produziert hat
  • woran sie glauben

Ich persönlich halte diese „Alleingänge“ für elementar. Elementar richtig. Auch, wenn es egoistisch anmutet, so sind es doch immer wieder die Visionen der Einzelnen, die in den Märkten für Überraschungen und Erfolge sorgen.

Nicht zu vergessen, dass viele dieser Genies einsam, arm und unerfolgreich gestorben sind – so zum Beispiel Charles Goodyear, der sein Leben dem „Gummi“ widmete und im Grunde die Vulkanisation erfand. Er schaffte es allerdings nicht, das Produkt zum Erfolg zu führen. Er starb mittellos.

Ihnen wird das nicht passieren, denn hier sind die 5 besten Tipps für Unternehmer, die ich persönlich geben kann:

  1. Bleiben Sie sich und Ihrer Idee treu
    Aller guten Ratschläge zum Trotz sind Sie in der Regel der einzige, der die Idee weitertreibt.
  2. Entscheiden Sie selbst
    Ihre Motivation bleibt umso höher, je mehr die Idee noch von Ihnen ist. Wenn die Idee erst einmal verdreht ist wird es immer schwerer, die Hürden für die Weiterentwicklung, Finanzierung etc. zu nehmen
  3. Fragen Sie weniger, machen Sie mehr
    Wenn Sie nach Zustimmung suchen, gehen Sie besser in die Politik.
  4. Teilen Sie Ihre Idee mit
    Zugegeben, hier scheiden sich die Geister. Geht es um Patente, ist dieser Tipp der schlechteste, den es gibt. Sprechen wir über Geschäftsmodelle oder Ideen, ist es vermutlich der beste Tipp (Stichwort: crowdsourcing u.a.). Die Idee dahinter ist nicht, die Meinung von vielen zu bekommen, sondern die Menschen zu finden, die an das glauben, an das Sie selbst glauben: an den Erfolg Ihrer Idee. So finden Sie Menschen, die Sie physisch, psychisch oder finanziell unterstützen.
  5. Leben Sie mit Niederlagen, bleiben Sie hartnäckig
    Es ist kein Geheimnis, dass die Glühbirne nicht beim ersten Mal gleich leuchtete. Hunderte, vielleicht sogar tausende Versuche, Veränderungen, Korrekturen und Überarbeitungen waren nötig, um aus einer Idee ein Produkt zu erschaffen. Vermutlich scheitern die meisten guten Ideen am Durchhaltevermögen Ihrer Erfinder.

Ursprung jeder Innovation ist die Idee.

Ich selbst bin übrigens weniger Erfinder (mit einigen Ausnahmen) als vielmehr jemand, der diese Einzigartigkeiten erkennen und in erfolgreiche Kommunikation übersetzen kann. In den vielen Gesprächen der letzten 20 Jahre mit Unternehmern habe ich immer noch diejenigen in Erinnerung, die bei der Beschreibung Ihrer Idee glänzende Augen bekamen.